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Geschichte

 

Von Noricum bis Ostarrichi

Das erste staatliche Gebilde auf dem Gebiet des heutigen Österreichs war das keltische Königreich Noricum, das um 15 v. Chr. großteils in das Römische Reich integriert wurde. Unter der Herrschaft der Römer entstanden zahlreiche Siedlungen, so wie Vindobona (Wien), Iuvavum (Salzburg) oder Brigantium (Bregenz). Mit dem Einfall der Germanen zerbrach das Römische Reich. Bis zum Ende des 8. Jahrhunderts blieb der österreichische Raum Durchzugsgebiet der Wanderungsströme verschiedener Stämme - der Germanen, der Hunnen und Awaren.

800 n.Chr. schuf der Frankenkönig Karl der Große zur Grenzsicherung zwischen den Flüssen Enns, Raab und Drau die Karolingische Mark. 976 wurde das Adelsgeschlecht der Babenberger mit der Verwaltung dieses Gebiets belehnt, das 1156 zum Herzogtum erhoben wurde. Der Name „Ostarrichi“ findet sich 996 erstmals in einer Schenkungsurkunde.

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Die Ära der Habsburger

Als die Babenberger um die Mitte des 13. Jahrhunderts ausstarben, wurden nach einem kurzen Interregnum des Böhmenkönigs Ottokar II. die aus der heutigen Schweiz stammenden Habsburger 1282 mit dem Herzogtum Österreich belehnt. Von diesem Zeitpunkt an ist die Geschichte Österreichs über 600 Jahre bis zum Jahr 1918 mit jener des Hauses Habsburg verbunden.

In den Jahren 1521 und 1522 entstanden aufgrund der Verträge von Worms und Brüssel zwei Linien des Hauses Habsburg – eine österreichische und eine spanische – die völlig unabhängig voneinander in unterschiedlichen Territorien herrschten. 1526 gewann die österreichische Linie nach dem Aussterben der Jagiellonen auch Böhmen und Ungarn für sich.

Das 16. und das 17. Jahrhundert waren von Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich geprägt, dessen Heere zweimal bis vor die Tore Wiens vordringen konnten. Nach Zurückdrängung der osmanischen Expansion hatte das Haus Habsburg durch die damit verbundenen Gebietsgewinne die Stellung einer europäischen Großmacht erreicht.

Im Jahr 1700 starben die spanischen Habsburger aus. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) konnte das Haus Österreich (casa d’Austria) die spanischen Besitzungen nicht zurückgewinnen, erhielt jedoch aus der Erbmasse alle europäischen Nebenlande Spaniens (Spanische Niederlande, Neapel, Lombardei). Damals erreichte das Gebiet der österreichischen Habsburger seine größte territoriale Ausdehnung.

Mit dem Tode Kaiser Karls VI. 1740 übernahm dessen Tochter Maria Theresia, nachdem die weibliche Erbfolge in der Pragmatischen Sanktion (1713) geregelt worden war, die Herrschaft. Mit ihrem Ehemann Franz Stephan von Lothringen begründete sie die neue Dynastie Habsburg-Lothringen. Das habsburgische Erbe konnte im Österreichischen Erbfolgekrieg weitgehend verteidigt werden, nur die reiche Provinz Schlesien fiel an Preußen.

Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II. schufen im 18. Jahrhundert mit Reformen nach den Prinzipien des aufgeklärten Absolutismus die Grundlagen für einen modernen Staat: Zentrale Verwaltung, Schulpflicht, Aufhebung der Leibeigenschaft, Toleranzpatent und Reform von Kirchen und Klöstern. Das kaiserliche Wien wurde damals zum Zentrum der Musik. Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart, dessen 250. Geburtstag sich 2006 jährt, schufen hier ihre unvergänglichen Werke.

Die Veränderungen der europäischen Landkarte durch die französische Revolution und die nachfolgenden Napoleonischen Kriege führten zum Ende des Heiligen Römischen Reiches. 1806 erklärte Kaiser Franz II. die Kaiserwürde als erloschen. Zwei Jahre zuvor hatte er auf die Kaiserkrönung Napoleons mit der Ausrufung des Kaisertums Österreich reagiert und regierte als Kaiser Franz I. von Österreich bis 1835.

Nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig und später bei Waterloo wurde Europa auf dem Wiener Kongress (1814/1815) neu geordnet. Bis zur Revolution im Jahr 1848 wurde die österreichische Innen- und Außenpolitik von Staatskanzler Clemens Fürst Metternich geprägt, der eine konservative Restaurationspolitik vertrat. Nach entscheidenden österreichischen Niederlagen infolge der italienischen Staatsbildung musste auch das habsburgische Staatswesen Konzessionen an den stetig erstarkenden Nationalismus machen.

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Doppelmonarchie Österreich-Ungarn

1866 kam es zwischen Preußen und Österreich zum Krieg um die Vorherrschaft im Deutschen Bund, der mit der Niederlage Österreichs bei Königsgrätz endete. Kaiser Franz Josef musste der Auflösung des Deutschen Bundes und der Neugestaltung Deutschlands unter preußischer Führung ohne Österreich zustimmen. Innenpolitische Folge der Niederlage gegen Preußen war die Gründung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Im so genannten „Ausgleich“ von 1867 wurde Ungarn gleichberechtigtes Mitglied in einem dualen Staatenbund (K.u.K. Monarchie). Das Problem des Nationalismus in dem habsburgischen Vielvölkerstaat war damit jedoch nicht gelöst.

Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajewo war Anlass für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Nach der Niederlage der Mittelmächte (Österreich-Ungarn, Deutsches Reich und das verbündete Osmanische Reich) im Herbst 1918 zerbrach die bisherige europäische Ordnung. Die Doppelmonarchie zerfiel in Nationalstaaten. Der Kleinstaat Österreich wurde eine Republik.

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Erste Republik, „Anschluss“ und NS-Diktatur

Die Verfassung von 1920 markierte den schwierigen Beginn der Ersten Republik. Die Wirtschaft des jungen Staates war nach Kriegsende aufgrund von Kriegsschäden, Reparationskosten und den Gebietsverlusten sehr geschwächt und hunderttausende Arbeitslose trugen zu einer politischen Polarisierung bei. 1933 fand die Demokratie in Österreich ihr vorläufiges Ende. Unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, der im Juli 1934 einem nationalsozialistischen Putschversuch zum Opfer fiel, wurde ein autoritärer Ständestaat errichtet.

Am 12. März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein. Am 13. März 1938 wurde der „Anschluss“ Österreichs an das „Großdeutsche Reich“ per Gesetz vollzogen und mit einer nachträglichen Volksabstimmung am 10. April „legalisiert“. Damit war die staatliche Souveränität Österreichs beendet.

Für die jüdischen Bewohner Österreichs begannen Jahre beispiellosen Terrors, psychischer Demütigung und physischer Folter. Sie wurden ihres Vermögens beraubt und vertrieben. Dem österreichischen Judentum wurde jegliche Existenzgrundlage entzogen. Rund 65.000 jüdische Österreicherinnen und Österreicher wurden Opfer des Holocaust.

In Gefängnisse und Todeslager kamen auch viele jener Österreicherinnen und Österreicher um, die sich im Widerstand gegen das NS-Regime engagierten.

Die gegen Kriegsende aktiver agierenden Widerstandsgruppen nahmen Kontakt zu den nach Österreich vorstoßenden alliierten Truppenverbänden auf, um die Befreiung Österreichs zu beschleunigen. Bereits am 27. April 1945, noch vor Ende des Zweiten Weltkrieges (Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945), erklärte die Provisorische Staatsregierung unter Karl Renner die Unabhängigkeit und Selbständigkeit Österreichs (Zweite Republik) und setzte die Verfassung von 1920 in der Fassung von 1929 wieder ein.

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Zweite Republik

Zu den ersten Aufgaben der Regierung gehörten die Wiederherstellung des zivilen Lebens, die Versorgung der hungernden Bevölkerung sowie der Aufbau demokratischer politischer Strukturen. Schon am 25. November 1945 fanden nach mehr als einem Jahrzehnt die ersten demokratischen Wahlen statt. Bundeskanzler wurde ÖVP-Parteiobmann Leopold Figl.

Die ersten Jahre der Nachkriegsgeschichte standen ganz im Zeichen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und des Bemühens um Rückgewinnung der vollen staatlichen Souveränität. Der wirtschaftliche Aufbau Österreichs ging dank der großzügigen Hilfe durch den US-Marschallplan zügig voran.

Nach jahrelangen Verhandlungen mit den Alliierten wurde schlussendlich am 15. April 1955 in Moskau der österreichischen Delegation der Staatsvertrag zugesichert. Am 15. Mai 1955 unterzeichneten die Außenminister der vier Besatzungsmächte im Wiener Barockschloss Belvedere den Österreichischen Staatsvertrag. Für Österreich unterschrieb Außenminister Figl. Damit erhielt Österreich nach sieben Jahren NS-Diktatur und zehn Jahren militärischer Besatzung seine volle Unabhängigkeit und Souveränität zurück.

Am 26. Oktober 1955 (Nationalfeiertag) beschloss der Nationalrat das Bundesverfassungsgesetz über die „immerwährende Neutralität“. Sie war der „politische Preis“ für die Zustimmung der Sowjetunion zum Staatsvertrag, wobei jedoch klar gestellt wurde, dass die österreichische Neutralität kein Vertragsbe­standteil, sondern ein souveräner Schritt Österreichs sein sollte.

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Österreich in Europa und in der Welt

Nach Unterzeichnung des Staatsvertrages und der Wiedererlangung seiner völkerrechtlichen Souveränität wurde Österreich bereits im Dezember 1955 in die Vereinten Nationen aufgenommen und wirkt seither aktiv an deren umfassenden Aufgaben und Aktionen mit. 1956 erfolgte Österreichs Beitritt zum Europarat sowie zur Europäischen Menschenrechtskonvention. 1960 trat Österreich der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) bei. 1972 schloss Österreich weit reichende Freihandelsverträge mit der Europäischen Gemeinschaft.

Mit dem Ende des Kalten Krieges rückte Österreich von seiner Randlage im demokratischen Europa in das Zentrum eines größeren Europa mit neuen Formen partnerschaftlicher Koexistenz. Österreich reagierte darauf mit einer forcierten Nachbarschaftspolitik und intensiven Bemühungen um einen Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus (1989) intensivierten sich die Beziehungen zu den Ländern Ost- und Südosteuropas. Im Jugosla­wien-Konflikt zu Beginn der neunziger Jahre drängte Österreich mit Deutschland 1991 auf eine rasche Anerkennung von Slowenien und Kroa­tien. Enge wirtschaftliche und politische Beziehungen wurden zu den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien ebenso wie zu den Staaten Mittel- und Osteuropas aufgebaut.

Vor diesem Hintergrund vollzog Österreich 1995 eine bedeutende Weichen­stellung: Seit 1. Jänner ist Österreich Mitglied der Europäischen Union (EU) so­wie Beobachter bei der Westeuropäischen Union (WEU).

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Datum: 07.01.2006