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Österreichs Wirtschaftssektoren

 

 

 

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Industrie

Obwohl der Dienstleistungsbereich den weitaus größten Anteil an der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung hat, gilt Österreich nach wie vor als Industrieland. Grund dafür ist, dass eine exakte Trennung zwischen dem produzierenden Bereich und dem Dienstleistungssektor schwer zu ziehen ist. So ist die industrielle Produktion die Voraussetzung für so genannte unternehmensbezogene Dienstleistungen wie Softwareentwicklung, Datenverarbeitung, Beratungstätigkeiten oder Personalleasing. Dazu kommt, dass Leistungen, die Industriebetriebe ursprünglich selbst erbracht haben, beispielsweise EDV, Buchhaltung oder Gebäudereinigung, zunehmend ausgelagert und an externe Zulieferer vergeben werden. Somit bleibt die Industrie Hauptmotor der wirtschaftlichen Aktivitäten und Entwicklungen in Österreich.

Die Unterscheidung von Industrie und Gewerbe ist eine österreichische Besonderheit.

  • Zur Industrie zählen Unternehmen, die Rohstoffe und Halbfertigwaren in größeren, mechanisierten Produktionsstätten ver- und bearbeiten; mit eingeschlossen ist der Bergbau.
  • Zum Gewerbe zählen eher kleinstrukturierte Handwerksbetriebe, die bestimmte Grundstoffe (wie Holz, Eisen etc.) be- und verarbeiten.

Zusammengefasst werden die beiden Sparten unter der international vergleichbaren „Sachgüterproduktion“.

Die österreichische Industrie ist mehrheitlich klein- und mittelständisch orientiert: Rund 40% der Unternehmen haben weniger als 10 Beschäftigte; knapp 80% aller österreichischen Industrieuternehmen beschäftigen weniger als 100 Arbeitnehmer, und nur 1,4% der heimischen Industriebetriebe haben mehr als 1.000 Beschäftigte.

Österreich besitzt einen der weltweit größten Industriesektoren. Nur in Irland, Finnland, Norwegen und Deutschland sowie in einigen Ländern Mittel- und Osteuropas ist der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung höher.

 

 

 

Die Bedeutung des Industriesektors zeigt sich auch in der Dynamik der Industrieproduktion sowie in der Produktivität.

Dank der lebhaften internationalen Nachfrage (Exportkonjunktur) konnte vor allem die österreichische Sachgütererzeugung (Industrie und Gewerbe) im Jahr 2004 ihre Produktion real um 4,6% (Nettoproduktionswert) steigern und erzielte ein Umsatzplus von 11,1%. Motor der heimischen Industriekonjunktur ist nach wie vor der Export, der 2004 um 12,5% ausgeweitet werden konnte.

Den größten Anteil an der Gesamtproduktion haben traditionell die Maschinen- und Stahlbauindustrie, die Kfz-Branche (vor allem Motoren- und Getriebeproduktion), die chemische Industrie, sowie die Elektro- und Elektronikindustrie. Besonders leistungsstark zeigten sich die österreichischen Betriebe in den letzten Jahren unter anderem auch in den Bereichen Werkstofftechnik und Oberflächenveredelung, Informationstechnologie, Biotechnologie und Medizintechnik sowie Wasser- und Umwelttechnik.

Der Anteil der heimischen Sachgütererzeugung an der Entstehung des realen BIP (zu Preisen von 2000) betrug im Jahr 2004 18,7%, jener an der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung 16,5%.

Im Bereich der Arbeitsproduktivität (Produktionsleistung je Arbeitsstunde) liegt die österreichische Industrie im europäischen Spitzenfeld. So erzielte die Industrie im Zeitraum 1990-2000 mit einem jährlichen Plus von 5,2% der Arbeitsproduktivität einen überdurchschnittlichen Zuwachs. Im Vergleich: Der EU-Durchschnitt betrug in diesem Zeitraum +3,6%, die USA erzielten +3,5% und Japan +2,8%

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Dienstleistungen

Die Vollendung des EU-Binnenmarktes für Dienstleistungen ist im Hinblick auf die Erreichung der Lissabon-Ziele unabdingbar. Dienstleistungen sind in der EU tragende Säule des Wirtschaftswachstums (rund 70% des BIP der Mitgliedstaaten werden im Dienstleistungssektor generiert, rund 70% der Arbeitsplätze sind im Dienstleistungssektor angesiedelt.

Auch in Österreich ist der Dienstleistungsbereich der am schnellsten expandierende Wirtschaftssektor. So erwirtschaftet der Dienstleistungsbereich bereits zwei Drittel des BIP, womit Österreich im EU-Durchschnitt liegt. Neue heimische Arbeitsplätze entstehen fast ausschließlich in diesem Bereich. Die Anzahl der unselbständig Beschäftigten (ohne geringfügig Beschäftigte) im Dienstleistungssektor, erhöhte sich im Zeitraum von 1995 bis 2004 um 187.726 Personen. Insgesamt waren 2004 im Dienstleistungsbereich 2,189.324 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig im österreichischen Dienstleistungssektor ist der Handel, der rund 12% zum BIP beiträgt. Er ist nicht nur als Arbeitsgeber bedeutend, sondern weist seit einigen Jahren die höchste Dynamik bei Unternehmensneugründungen auf. So wurden im Jahr 2004 über 8.500 Neugründungen verzeichnet. Das entspricht rund einem Drittel der gesamten Neugründungen in Österreich.

In den letzten Jahren haben sich die Unternehmensneugründungen generell sehr positiv entwickelt. Gab es 1993 noch insgesamt 14.631 Unternehmensneugründungen, waren es im Jahr 2004 29.715 neue Unternehmen.

Der österreichische Handel beschäftigte im Jahr 2004 498.321Mitarbeiter, rund 234.000 Beschäftigte davon im Einzelhandel, der mit mehr als 27.100 Betrieben der größte Arbeitgeber in diesem Bereich ist.

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Tourismus – Beschäftigungsmotor in Österreich

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft Österreichs nimmt im internationalen Wettbewerb eine herausragende Stellung ein. Die besondere Kombination von Kultur, Geschichte, Landschaft, Sport, Animation und Betreuung verleiht der Tourismus- und Freizeitwirtschaft große Bedeutung für die österreichische Volkswirtschaft.

Zuletzt lag der direkte Wertschöpfungsanteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt in Österreich bei 9,8%. Diese Wirtschaftsleistung erbringen rund 40.000 Betriebe (ohne Freizeitwirtschaft) mit etwa 220.000 Beschäftigten. Ca. 90.000 Betreibe werden dem gesamten Tourismus- und Freizeitbereich zugeordnet. Rund 500.000 Menschen leben in Österreich direkt oder indirekt zumindest teilweise vom Tourismus. Allein in der Gastronomie und Hotellerie sind im Jahresdurchschnitt fast 160.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Tourismus ist demnach ein Beschäftigungsmotor der österreichischen Volkswirtschaft.

Die Einnahmen aus dem Tourismus von Gästen aus dem Ausland betrugen im Jahr 2004 rund 15 Mrd. Euro. Damit liegt Österreich laut WTO weltweit an 7. Stelle.

Im internationalen Reiseverkehr zählt die Alpenrepublik nach wie vor zu den tourismusintensivsten Ländern der Welt. Mit 28,5 Mio. Ankünften und 117,2 Mio. Nächtigungen im Jahr 2004 verbesserte sich Österreich erneut in der Top-10-Rangliste der weltweit beliebtesten Reiseziele und liegt auch gemessen an Besuchen pro Einwohner im internationalen Spitzenfeld. In der EU ist Österreich mit 11,5 Übernachtungen je Einwohner führend.

In der Rangliste der Ausländernächtigungen nach Herkunftsländern führten 2004 nach wie vor deutsche Gäste mit rund 51 Millionen Nächtigungen, gefolgt von Touristen aus den Benelux-Staaten mit rund 10,9 Millionen Nächtigungen, Gästen aus der Schweiz (3,5 Mio. Nächtigungen), aus dem Vereinigten Königreich (3,4 Mio. Nächtigungen) sowie aus Italien (rund 3,1 Mio. Nächtigungen).

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Landwirtschaft: Feinkostladen Österreich

Der Land- und Forstwirtschaft, die rund 2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erwirtschaftet, kommt in den Bereichen der Landschaftspflege und des Umweltschutzes immer größere Bedeutung zu. Vorrangiges Anliegen der Agrarpolitik ist das Prinzip der Nachhaltigkeit. Nicht mehr die mengenmäßige Produktion landwirtschaftlicher Güter steht im Vordergrund, sondern die Qualität landwirtschaftlicher Erzeugnisse (Bioprodukte), der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt, die Bewahrung des ländlichen Raums bzw. seiner Ressourcen sowie die Bereitstellung von erneuerbaren Rohstoffen und Energieträgern.

In der biologischen Landwirtschaft liegt Österreich an der EU-Spitze und hat sich erfolgreich als „Feinkostladen Europas“ positioniert. Rund 18.700 Betriebe wirtschaften ohne chemische und gentechnische Hilfsmittel. Das Ausmaß der biologisch bewirtschafteten Fläche erreichte im Jahr 2004 mit rund 350.000 ha einen neuen Höchstwert.

Hand in Hand mit den veränderten Aufgabenschwerpunkten im Bereich Landwirtschaft geht ein seit Jahrzehnten stattfindender tiefgreifender Strukturwandel in der Bewirtschaftung und Betriebsführung. Gegenüber den frühen 50er Jahren ist die Zahl der Arbeitskräfte auf ein Viertel gesunken. 2004 wurden von rund 210.000 Betrieben zwei Drittel im Nebenerwerb bewirtschaftet. Beschäftigt waren rund 530.000 Arbeitskräfte (inkl. Familienangehörige).

Im EU-Vergleich überwiegen in Österreich die kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe. Die durchschnittliche Größe betrug 2004 16,4 ha. Der EU-Durchschnittswert lag bei 18,4 ha (Griechenland: 4,3 ha, Großbritannien: 69,3 ha).

Österreich weist eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von etwa 7,5 Mio. Hektar auf, das entspricht rund 40 % der gesamten Bundesfläche. 69% der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegen in Berggebieten. Extreme Hanglagen, schwierige Klimaverhältnisse und wenig ertragsfähige Böden erschweren die Produktion in diesen Regionen. Ähnliche Bedingungen gelten auch in der Waldbewirtschaftung, deren zentrale Aufgaben in der Sicherung der Waldsubstanz sowie in der naturnahen Waldwirtschaft liegen.

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Forst- und Wasserwirtschaft: Nachwachsende Rohstoffe

Der Wald ist die grüne Lunge Österreichs. 47 % (3,9 Mio. ha) der Landesfläche sind mit Wald bewachsen. Rein rechnerisch entfallen auf jeden Bewohner 0,5 ha Wald. Die österreichische Waldfläche nimmt jährlich um ca 7.700 Hektar zu. Vom Holzvorrat, der gegenwärtig mehr als eine Milliarde Festmeter beträgt, werden nur noch 60 % aktiv genutzt, sodass Holzressourcen für die Papier- und Plattenindustrie sowie für die energetische Nutzung im Überfluss vorhanden sind. Gerade im Bereich der erneuerbaren Energieträger nimmt Holz (mit 57,4 %) neben Wasserkraft eine immer wichtigere Position ein.

Die hohe Bedeutung erneuerbarer Energieträger in Österreich zeigt der internationale Vergleich: Nach Norwegen (49,6%), Schweden (32,9%) und Finnland (24,9%) hielt Österreich im Jahr 2003 mit 21,39% den vierthöchsten Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoinlandsverbrauch.

Die Energieerzeugung aus Wasserkraft hat sich seit Anfang der 70er Jahre etwa verdoppelt. Mit einem Anteil von 9,4% (2003) zählt die Wasserkraft zu den bedeutendsten erneuerbaren Energiequellen in Österreich. Für die Erzeugung von Strom ist die Bedeutung von Wasserkraft noch größer. So wurden 2003 60.219 GWh Strom aus Wasserkraft erzeugt.

Österreich befindet sich hinsichtlich seiner Wasserressourcen in einer ausgezeichneten Position. Die jährliche Niederschlagshöhe beträgt etwa 1.170 mm: Das sind rund 98 Mrd. Kubikmeter Wasser, wovon 55 Mrd. Kubikmeter in den Oberflächengewässern abfließen. Jährlich werden pro Jahr aus diesem Kreislauf 2,25 Mrd. Kubikmeter Wasser genutzt: 35% von der Bevölkerung, 60% von Industrie/Gewerbe und 5% von der Landwirtschaft. Nur 3% vom gesamten Wasserangebot werden verbraucht. In Normaljahren steht fast sechsmal so viel Wasser zur Verfügung, wie für Trinkwasserversorgung und wirtschaftliche Nutzung benötigt wird. Dennoch steht der sorgsame und nachhaltige Umgang mit diesem elementarsten Lebensmittel im Zentrum umweltpolitischer Maßnahmen.

Die Wasserqualität in Österreich liegt im internationalen Spitzenfeld: Die renommierten Universitäten Yale und Columbia reihen Österreich im „Environmental Sustainability Index“ bei der Wasserqualität auf Platz 5 von 142 untersuchten Staaten (nach Finnland, Kanada, Neuseeland, Großbritannien). In Europa liegt Österreich demnach in diesem Bereich auf Platz 3. 99% der österreichischen Bevölkerung werden mit Quell- und Grundwasser versorgt. 86% der österreichischen Bevölkerung sind an öffentliche Abwasserreinigungsanlagen angeschlossen und etwa 90% der in Österreich anfallenden Abwässer werden einer weitgehenden Reinigung unterzogen. Alle Seen Österreichs haben nach den strengen EU-Richtlinien Badewasserqualität, viele von ihnen sogar Trinkwasserqualität. 87% der österreichischen Flüsse (1998: 81%) weisen heute beinahe unverschmutzte Gewässer (mindestens Güteklasse II) auf. Sogar die Wasserqualität der Donau, in deren Nahebereich Millionen Menschen leben, ist in die Topkategorie einzuordnen.

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Außenhandel

Der Export ist einer der wichtigsten Faktoren der österreichischen Wirtschaft und Motor der Konjunktur. Die Ausfuhr von Waren- und Dienstleistungen erreichte im Jahr 2004 mehr als 50 % des österreichischen Bruttoinlandsprodukts und leistet damit einen gewichtigen Beitrag zur Volkswirtschaft. Ein Prozent Warenexportsteigerung bedeutet bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze und 280 Millionen Euro mehr Budgetmittel. Hinzu kommt, dass jeder zweite Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Export abhängt. Rund 19.000 österreichische Betriebe sind Exportunternehmen. Dienstleistungsexporte für 1.000 Euro ziehen Warenexporte für rund 7.000 Euro nach sich. Direktinvestoren, sowohl "outgoing" als auch "incoming", schaffen und sichern Arbeitsplätze.

Insgesamt sichert die Exportwirtschaft über eine Million Arbeitsplätze. Allein mit dem Exportzuwachs 2004 von 13,0 % wurden bis zu 85.000 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen und rund 1 Mrd. Euro an Steueraufkommen generiert.

Österreichs Exportwirtschaft floriert seit Jahren mit steigender Tendenz, wie positive Handelsbilanzen belegen. Im Jahr 2002 lagen die heimischen Ausfuhren erstmals in der Zweiten Republik über den Einfuhren. Ausbaufähig ist die österreichische Exportwirtschaft allerdings noch in den Überseemärkten. Dorthin fließen bisher nur rund 15% der Gesamtexporte.

 

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Datum: 11.01.2006