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Beschäftigungseffekte im Wohnbau und bei der Wohnhaussanierung

 

Im Rahmen der EU-Präsidentschaft diskutierten am 26./27. Juni in Wien die Vertreter der Wohnbauministerien aller Länder der EU 25 sowie von Rumänien, Kroatien und der Türkei (Bulgarien entschuldigt) einerseits die „Beschäftigungseffekte im Wohnbau und bei der Wohnbausanierung“ vor dem Hintergrund der Lissabon-Ziele und die große Bedeutung des Wohnbaus zur Hebung von Wachstum und Beschäftigung. Andererseits diente dieses Treffen der Vorbereitung der informellen EU-Wohnbauministerkonferenz am 16./17. Oktober 2006 in Barcelona, die dem Thema "Wohnungspolitik als Instrument der Stadterneuerung" gewidmet ist.

Im Vorfeld hat das WIFO gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium in einer Befragung in den einzelnen EU-Ländern erhoben, welche Maßnahmen aktuell gesetzt werden, um die Beschäftigungssituation im Wohnbau zu verbessern.

Als Ergebnis ist festzuhalten, dass in den neuen EU-Ländern die Förderung des Wohnungsneubaus eine zentrale Rolle zur Errichtung von leistbarem Wohnraum einnimmt. Einige Länder fördern darüber hinaus die Renovierung von Plattenbauten. In der EU 15 erhält hingegen die Wohnhaussanierung einen immer größeren Stellenwert und wird meist durch steuerliche Anreize unterstützt.

Neben den positiven Beschäftigungseffekten leisten diese Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Klimaschutzzieles.

Insgesamt gesehen ist in der Union  die Bauwirtschaft   und zu einem wesentlichen Teil die Wohnungswirtschaft   einer der größten Arbeitgeber. Im Jahr 2005 waren in der EU 25 rund 15,5 Mio. Arbeitskräfte direkt im Bausektor beschäftigt = rund 8% aller Erwerbstätigen. Einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche dürften rund 45 Mio. Arbeitsplätze von der Bauwirtschaft abhängen. Der Beschäftigungsanteil des Bausektors im engeren Sinn ist in Irland (12,6%) am höchsten, vor Spanien (12,4%) und Portugal (10,8%)   diese Länder verzeichneten in den letzten Jahren einen Wohnbauboom. In Österreich liegt der Anteil mit 8,2% etwas über dem EU-Durchschnitt.

Wachstum und Beschäftigung entwickeln sich im Wohnbau derzeit in Ost-Mitteleuropa besonders günstig. Die von der EU angestrebte Öffnung der Strukturfonds für den Wohnbau ab 2007 für die 10 neuen Mitgliedsländer wird auch unter dem Aspekt der Energieeinsparung und der Emissionsdämpfung (Kyoto-Ziele) wichtige Beiträge zum Wachstum der Wohnungswirtschaft leisten.

In Österreich steigt die Bauleistung seit Anfang 2006 wieder deutlich, weil verstärkt in Infrastrukturbauten investiert wird, aber auch der beschäftigungsintensive Wohnbau anzieht.

Eine erhebliche Bedeutung kommt in Österreich dabei auch dem gemeinnützigen Wohnbausektor zu, der mit durchschnittlich rund 15.000 fertig gestellten Wohneinheiten pro Jahr etwas mehr als ein Drittel des gesamten Volumens (derzeit rund 43.000) bzw. rund zwei Drittel des mehrgeschossigen Wohnbaus leistet. Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung zur Reinvestition der Erträge ist dies ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung von Wachstum und Beschäftigung.

Nach Berechnungen des WIFO folgt aus 1 Mrd. € Wohnbauinvestition ein Beschäftigungsimpuls im Ausmaß von 23.000 bis 25.000 Beschäftigten.

 

 

Datum: 28.06.2006