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Stärkung der Bildung in Europa, 9. Konferenz der Europäischen Bildungsminister/innen

 

Hintergundinformation für die Presse

 

Im Jahr 1998 hat Österreich zum ersten Mal den Vorsitz des Rates der Europäischen Union übernommen. Es war auch zu dieser Zeit, als das österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur - kurz nach dem Ende der bewaffneten Konflikte in Ex-Jugoslawien - eine Präsidentschaftskonferenz zum Thema „European Educational Cooperation for Peace, Stability and Democracy“ veranstaltete. Dadurch sollte Bewusstsein für die wichtige Bedeutung von Bildung bei der Förderung einer demokratischen und friedlichen Entwicklung in der Region Südosteuropa, sowie für die Rolle von Bildungsreformen bei der Erreichung dieses Ziels geschaffen werden.

Diese Konferenz gab auch die Initialzündung für den „Graz Prozess“, der sich zu einer internationalen Initiative unter österreichischer Schirmherrschaft entwickelte und auf die Förderung und Unterstützung von Bildungsreformen in den Ländern Südosteuropas durch regionale Kooperation und Kapazitätsaufbau fokussiert war. Im Jahr 1999 übernahm der „Enhanced Graz Process“ die Koordination der Agenden für Bildung und Jugend des Stabilitätspaktes für Südosteuropa und hat sich als Task Force Education and Youth etabliert.

Der Hauptbereich der österreichischen Unterstützung für den Enhanced Graz Process/Task Force Education and Youth liegt in der Vorbereitung und Unterstützung der Teilnahme der Länder aus der Region an einem erweiterten europäischen Bildungsraum - seit 2003 vor allem durch die Education Reform Initiative of South Eastern Europe (ERI SEE)

Hintergrundinformationen zur Konferenz

 

Der “Lissabon-Prozess” ist auch in den Ländern des Westbalkans die wichtigste treibende Kraft für Bildungsreformen. Bei der 7. Konferenz der Europäischen Bildungsminister/innen in Nikosia, im Jahr 2003, und bei der 8. Ministerkonferenz “Lebenslanges Lernen – von der Rhetorik zur Wirklichkeit” in Oslo im Jahr 2004, schlossen sich die Bildungsminister/innen aus Südosteuropa in einem „Memorandum of Understanding“ dem EU Bekenntnis zu den Lissabon-Zielen zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wissensgesellschaft mit sozialem Zusammenhalt an, und verpflichteten sich zum “Detaillierten Arbeitsprogramm zur Umsetzung der Ziele der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa“.

Im Anschluss an das Memorandum wurde die „Education Reform Initiative of South Eastern Europe“ ins Leben gerufen und als regionale Plattform für Austausch und Kapazitätsaufbau konzipiert. Dies war ein klares Zeichen für eine Veränderung des Stellenwertes der Bildung und Ausbildung für die Westbalkanstaaten: Bildung wurde - von einem Instrument zur Stabilisierung einer Region nach der Konfliktsituation - zu einem Schlüsselelement im europäischen Integrationsprozess.

In der so genannten “Thessaloniki-Deklaration”, die 2003 beim EU-Gipfel unter Griechischer Präsidentschaft angenommenen wurde, erneuerte die Europäische Union ihre „einhellige Unterstützung“ der europäischen Perspektive der Westbalkanstaaten. Weiters wurde erklärt, dass “die Zukunft des Balkans in der Europäischen Union liege” und darauf hingewiesen, dass die Übernahme Europäischer Standards zur Erreichung dieses Ziels von wesentlicher Bedeutung sei. Im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziationsprozesses wurde außerdem der institutionalisierten Unterstützung des Stabilitätspakts für Südosteuropa Priorität eingeräumt. Österreich ist Gastgeberland der Task Force Bildung und Jugend, seit diese im Jahr 1999 im Rahmen des Stabilitätspakts gegründet wurde.

Kontinuität

 

Analog zum Schwerpunkt der österreichischen Präsidentschaft auf Qualität in der Bildung, wird sich die Wiener Ministerkonferenz “Stärkung der Bildung in Europa” auf die Rolle und Bedeutung der Bildung im Rahmen der Lissabon-Strategie konzentrieren, sowie auf Wege zur Erreichung der gesetzten Ziele.

Die Bildungssysteme und -institutionen in Europa sind alle mit der Forderung nach entsprechender Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenarbeit in einer globalisierten Welt konfrontiert und mit der gemeinsamen Herausforderung, eine Wissensgesellschaft mit sozialem Zusammenhalt aufzubauen. Der Bedarf an einem ‚inklusiven’ europäischen Dialog, insbesondere im Zuge des Aufbaus eines europäischen Raums von Bildung und Ausbildung entsprechend der Forderung im Rahmen der erneuerten Lissabon-Strategie, war nie größer als heute.

Die Wiener Konferenz steht in der langen Tradition periodischer Sitzungen auf Ministerebene, die seit den neunziger Jahren als Forum für Austausch und Zusammenarbeit bei der Behandlung aktueller Themen im Bereich der europäischen Bildungspolitik (durchwegs unter Einschluss der südosteuropäischen Länder) dienen. Die Kommuniqués dieser Konferenzen fassen die Diskussionsergebnisse zusammen und dienen als Bezugspunkte für gemeinsame Bemühungen zur Stärkung des europäischen Bildungsraums.

Themen

 

Im Schlusskommuniqué der Europäischen Bildungsministerkonferenz in Oslo 2004 wird die Bedeutung einer verstärkten Verknüpfung von Politik und Praxis durch einen Dialog auf breiterer europäischer Ebene betont, insbesondere im Hinblick auf die Schaffung von Strategien für lebenslanges Lernen.

Anlässlich der Halbzeitbilanz und Erneuerung der Lissabon-Strategie im Jahr 2005 war man sich einig, dass aus der Perspektive lebenslangen Lernens, erstklassige allgemeine und berufliche Bildung sowie Hochschulbildung – als jener Sektor, der die Verbindung zwischen Forschung, Bildung und Innovation herstellt – die wesentlichen Voraussetzungen für eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Erreichung der Lissabon-Ziele sind.

Die Antwort auf die Forderung nach einem verstärkten Beitrag der allgemeinen und beruflichen Bildung zu Wirtschaftswachstum, Beschäftigungsfähigkeit und einem engeren sozialen Zusammenhalt in Europa sollte daher in einer intensiveren Förderung des europäischen Bildungsraums liegen, unter anderem durch eine Stärkung der Rolle der Universitäten. Dazu sollten die Synergien zwischen Hochschulbildung und Forschung ausgebaut und ein Europäischer Qualifikationsrahmen (EQF) als gemeinsames Refererenzinstrument für allgemeine und berufliche Bildung (auf Sekundar- und Hochschulniveau) geschaffen werden.

Der Europäische Qualifikationsrahmen ist daher ein Schwerpunktthema bei der gegenwärtigen Wiener Konferenz der Europäischen Bildungsminster/innen. Der Anstoß zur Einführung des EQF ging von der Revision der Lissabon-Strategie aus sowie von den Bologna- und Kopenhagenprozessen (die beide auch die Unterstützung der Westbalkanländer fanden). Mittelfristig werden die Gestaltung des künftigen Europäischen Qualifikationsrahmens ebenso wie die Katalysatorfunktion und die Gestaltung einschlägiger nationaler Qualifikationsrahmen, Angelpunkte in der europäischen Diskussion über allgemeine und berufliche Bildung sein. Die Westbalkanländer sind über die Aktivitäten der Bildungsreforminitiative Südosteuropa (ERI SEE) und der Europäischen Stiftung für Berufsbildung (European Training Foundation) in diese Diskussion eingebunden.

Die Bedeutung der Universitäten für die europäische Wissensgesellschaft und für den laufenden EU-Assoziationsprozess der Westbalkanländer ist ein weiteres Thema bei der Wiener Konferenz. Konsultationen mit hochrangigen Regierungsvertreter/innen der Westbalkanregion zu diesem und anderen Themen der Wiener Konferenz wurden kürzlich abgeschlossen. Die Ergebnisse sind Teil der Konferenzunterlage „Politische Konzepte der Westbalkanländer für die Bereiche Bildung und Hochschulbildung“.

Die Diskussionen der Konferenz werden in einem Konferenzkommuniqué zusammengefasst.

 

Datum: 15.03.2006