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Stärkung der Bildung in Europa, Konferenz der Europäischen Bildungsminister/innen

 

16. März, Teil 1 – Plenarsitzung

Der Europäische Qualifikationsrahmen: Bestandsaufnahme des Konsultationsprozesses

 

Im Zuge des im zweiten Halbjahr 2005 abgehaltenen öffentlichen Konsultationsprozesses zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) erhielt die Kommission etwa 120 Antworten aus 31 europäischen Ländern. Viele dieser Antworten spiegelten die Erkenntnisse der von den Befragten organisierten umfassenden Konsultationen auf nationaler und europäischer Ebene wider. Die Ergebnisse wurden am 27. und 28. Februar 2006 in Budapest bei einer von der Europäischen Kommission und dem ungarischen Bildungsministerium gemeinsam organisierten Konferenz erörtert.

Eine Bestandsaufnahme des Konsultationsprozesses ist daher vor Beginn der nächsten Phase - die für die zweite Hälfte dieses Jahres geplante Präsentation des Entwurfs einer Empfehlung zum EQR durch die Kommission - angebracht.

Bereiche, in denen breiter Konsens besteht

Der EQR wird als eine konstruktive Initiative betrachtet, die entscheidend zur Transparenz, Übertragbarkeit und Anerkennung von Qualifikationen auf europäischer Ebene beitragen soll. Darüber hinaus wird er nationale und sektorale Reformen zur Unterstützung des lebenslangen Lernens fördern. Bei folgenden Punkten konnte ein breiter Konsens erzielt werden:

  • der EQR ist notwendig und relevant;
  • die Umsetzung des EQR und seine Anwendung sollte auf freiwilliger Basis erfolgen;
  • der EQR sollte ein gemeinsamer Bezugsrahmen oder Metarahmen bleiben, der als Übersetzungsinstrument auf europäischer Ebene fungiert;
  • der EQR sollte sich auf Lernergebnisse stützen;
  • die vorgeschlagene achtstufige Struktur wird weitgehend akzeptiert;
  • der EQR muss sich auf Grundsätze und Verfahrensweisen der Qualitätssicherung stützen;
  • die Umsetzung des EQR wird beträchtliches Engagement seitens der Akteur/innen auf nationaler Ebene erfordern, einschließlich der Entwicklung eines übergreifenden Nationalen Qualifikationsrahmens durch zahlreiche Länder, die sich dazu entschlossen haben.

Bereiche, in denen weitere Entwicklung nötig ist

Der EQR findet breite Unterstützung unter der Bedingung einer weiteren Entwicklung und Verbesserung. Viele Befragte wiesen auf die Notwendigkeit der Klärung, Vereinfachung und Erprobung in folgenden Bereichen hin:

  • Deskriptoren der Referenzebene: Die Deskriptoren für die verschiedenen Ebenen des EQR werden weiter ausgearbeitet werden müssen, um sie zu vereinfachen und effektiver zu gestalten. Die Kommission wird eine Technische Arbeitsgruppe einrichten, die sich mit diesem Thema im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des formellen Vorschlags für eine Empfehlung im Laufe dieses Jahres beschäftigen wird.
  • Die Verbindung mit dem Bologna-Prozess: Bei der Budapester Konferenz gelangte man zum Konsens, dass der EQR auch in Zukunft sicherstellen muss, dass auf den Ebenen 6, 7 und 8 die höchsten Qualifikationsstufen der beruflichen Ausbildung umfassend anerkannt werden können. Gleichzeitig muss die Beschreibung dieser Deskriptoren auch einen klaren Bezug zu dem im Bologna Prozess entwickelten Rahmen aufweisen.
  • Nationale Qualifikationsrahmen: Während die Schaffung eines Nationalen Qualifikationsrahmens keine Voraussetzung für die Anbindung eines nationalen Systems an den EQR darstellen wird, hat eine Mehrzahl jener Länder, die noch keinen nationalen Rahmen besitzen, großes Interesse an der Entwicklung eines solchen Rahmens gezeigt. Die Antworten betonen, dass die nationalen Qualifikationsrahmen auf Lernergebnissen beruhen müssen; dass sie von der Bildung und Ausbildung sowie den Akteur/innen am Arbeitsmarkt akzeptiert werden müssen; und dass sie mit der Validierung des nicht formalen und informellen Lernens sowie den Mechanismen der Qualitätssicherung verbunden werden müssen.
  • Sektoren: Während Vertreter/innen der verschiedenen Sektoren argumentierten, dass die raschen Veränderungen auf den Märkten und in der Technologie europäische und internationale Qualifikationen erfordern, haben nationale Behörden den Bedarf nach Anerkennung solcher Qualifikationen durch nationale Systeme betont. In Budapest betonte die Kommission, dass der Mehrwert des EQR vor allem im Zusammenhang mit den Initiativen stehe, die derzeit nicht in das nationale System einfließen. Demnach könne der EQR einen Mehrwert schaffen, indem er einen Rahmen für die Anerkennung von sektorbezogenen Qualifikationen bietet, die auf internationaler Ebene entstehen und diese mit nationalen Qualifikationssystemen verbinden.
  • Prüfverfahren: Die Kommission wird in diesem Frühjahr im Rahmen des Leonardo da Vinci Programms eine Ausschreibung durchführen, um jene Akteur/innen zu unterstützen, die bei der Entwicklung und Erprobung des EQR und der nationalen Qualifikationssysteme zusammenarbeiten wollen. Zweitens wird die Kommission im März im Rahmen des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ einen Cluster von Ländern bilden, die an einer Zusammenarbeit bei der Anerkennung von Lernergebnissen, einschließlich nicht formalen und informellen Lernens, interessiert sind. Schließlich muss berücksichtigt werden, dass die Empfehlung zum EQR einen Rahmen für Zusammenarbeit darstellt, der nicht in Stein gemeißelt ist, sondern zukünftige Anpassungen erlauben wird.
  • Begünstigte: Die Notwendigkeit, den Nutzen des EQR für die Begünstigten (einzelne Staatsbürger/innen, Arbeitgeber/innen, Bildungs- und Ausbildungsträger/innen, usw.) herauszuarbeiten, war eine der wesentlichsten Hauptschlussfolgerungen der Budapester Konferenz. Es wird für den EQR wichtig sein, dass man ihn bei der Weiterentwicklung des Europass und des Ploteus Internetportals berücksichtigt. Die Kommission kündigte auch ein öffentliches Konsultationsverfahren über die Schaffung eines Anrechnungssystems von Bildungsabschlüssen für berufliche Ausbildung und Bildung (ECVET) im zweiten Halbjahr 2006 an. Inzwischen wurde betont, dass die Hauptverantwortung für die Umsetzung des EQR und die Kommunikation an die Begünstigten bei den nationalen Behörden, bei Organisationen in verschiedenen Sektoren und bei den Sozialpartnern liegt, wobei der sektorale soziale Dialog eine wesentliche Rolle spielt.

Diskussionspunkte:

Stimmen Sie zu, dass die oben angeführten Schlussfolgerungen die Hauptfragestellungen widerspiegeln, die bei der Vorbereitung eines Vorschlags für die Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens durch die Kommission zu berücksichtigen sind?

Wie sollten nationale Qualifikationssysteme im Zusammenhang mit dem EQR entwickelt werden, insbesondere im Hinblick auf Lernergebnisse sowie nicht formales und informelles Lernen, Qualitätssicherung und die Bedürfnisse der Begünstigten?

 

Datum: 20.03.2006