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Kultur und audiovisuelle Medien


Kultur wird durch die Europäische Union nach dem Subsidiaritätsprinzip gefördert, d.h. die Gemeinschaft wird nur dann tätig, "sofern und soweit die Ziele der in Betracht gezogenen Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend erreicht werden können" (Artikel 5 des EGV). Mit dieser Festlegung soll sichergestellt werden, dass trotz kulturellen Engagements der EU die nationalen Kulturpolitiken keineswegs eingeschränkt werden.

Drei wichtige Ziele für die Tätigkeit der Gemeinschaft im Kulturbereich sind:

  • Beitrag zur Entfaltung der Kulturen der Mitgliedstaaten unter Wahrung ihrer nationalen und regionalen Vielfalt sowie unter gleichzeitiger Hervorhebung des gemeinsamen kulturellen Erbes
  • Förderung des zeitgenössischen kulturellen Schaffens einschließlich des audiovisuellen Bereichs
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und Drittländern sowie internationalen Organisationen

In Artikel 151 Absatz 4 EGV hat sich die Europäische Union zudem verpflichtet, bei ihrer Tätigkeit auch in den anderen Politikbereichen die kulturellen Aspekte zu berücksichtigen (sogenannte Kulturverträglichkeitsklausel). Das heißt, die EU sollte beispielsweise auch in ihren wirtschaftlichen Entscheidungen die kulturelle Dimension reflektieren, wobei es im Wesentlichen von den politischen AkteurInnen abhängt, die "Kulturverträglichkeit" von EU-Entscheidungen einzufordern.

Kultur 2007

„KULTUR 2000“, das aktuelle EU-Kulturprogramm zur Förderung künstlerischer und kultureller Aktivitäten mit europäischer Dimension, soll ab 2007 von „Kultur 2007“ abgelöst werden. Ziel ist es, durch den Ausbau der kulturellen Zusammenarbeit in Europa zur Entwicklung einer europäischen Identität beizutragen. Mit „Kultur 2007“ soll ein kohärentes, globales und vollständiges Instrument für die kulturelle multilaterale Zusammenarbeit in Europa bereitgestellt werden.

„Kultur 2007“ soll mit einem Budget von 408 Mio. Euro ausgestattet sein und am 1.1.2007 für einen Zeitraum von sieben Jahren (2007-2013) in Kraft treten. Rechtsgrundlage sind die Art. 151 EGV (Kulturartikel) und Art. 251 EGV (Mitentscheidungsverfahren).

Schwerpunkte liegen unter anderem in der

  • Förderung der Mobilität von Kulturschaffenden und Kunstwerken sowie Unterstützung des interkulturellen Dialogs
  • Öffnung des Programms für alle kulturellen Sparten
  • Einbeziehung der westlichen Balkanländer
  • Verwaltungsvereinfachung

Wesentliche Neuerungen sind die

  • Unterstützung von Organisationen von europäischem kulturellen Interesse, die Kultureinrichtungen vernetzen, oder die Rolle eines „Kulturbotschafters“ ausüben 
  • Unterstützung von Analysen und Studien im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit

Vorhaben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft

Der Legislativvorschlag für „Kultur 2007“ wurde von der europäischen Kommission im Juli 2004 vorgelegt. Die Aufnahme der Verhandlungen erfolgte unter niederländischem Vorsitz.

Die 1. Lesung im europäischen Parlament erfolgte im Plenum vom 24.-27. Oktober 2005. Der britische Vorsitz erzielte am Ministerrat für Kultur Mitte November 2005 eine inhaltliche Einigung unter Einbeziehung der Stellungnahme des europäischen Parlaments (partielle politische Einigung).

Auf der Tagung des Rates vom 18. Mai 2006 konnte die „politische Einigung“ über Kultur 2007 verabschiedet werden.

 

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Kulturhauptstadt Europas

Das Projekt „Kulturhauptstadt Europas“ ist eine Gemeinschaftsaktion, die auf eine Initiative der griechischen Kulturministerin Melina Mercouri im Jahr 1985 zurückgeht. Die „Kulturhauptstadt Europas“ soll den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Kulturen sowie ihre Gemeinsamkeiten illustrieren und gleichzeitig einen Beitrag zum gegenseitigen Kennenlernen der Bürgerinnen und Bürger Europas leisten.

Angesichts der symbolischen Bedeutung der Aktion „Kulturhauptstadt Europas“ wurde der Beschluss  im Hinblick auf die erfolgte Erweiterung erstmals 2005 in die Richtung revidiert, dass ab 2009 je eine Stadt aus einem „alten“ und einem „neuen“ MS gemeinsam zu „Kulturhauptstädten Europas“ ernannt werden können. Österreich wird daher mit Linz - gemeinsam mit Litauen (Vilnius) - die Kulturhauptstadt 2009 ausrichten.

Der 2. Revisionsvorschlag zur „Kulturhauptstadt Europas“ wurde von der europäischen Kommission aufgrund von Anregungen seitens des europäischen Parlaments im Mai 2005 vorgelegt.

Wesentliche Änderungen sind:

  • Stärkung der Wettbewerbskomponente: auf nationaler Ebene ist ein Wettbewerb zwischen mehreren interessierten Städten durchzuführen.
  • Durch eine verstärkte Hilfestellung soll die Bewerberstadt in ihrer Planung hinsichtlich der Erreichung der europäischen Ziele besser unterstützt werden.

Vorhaben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft

Der Vorschlag der europäischen Kommission wurde im Mai 2005 an den Rat und das europäische Parlament zur Stellungnahme übermittelt. Erste Diskussionen zum EK-Vorschlag auf Ausschussebene haben gezeigt, dass im Wesentlichen keine großen Differenzen zu erwarten sind. Kritisiert wurde insbesonders das eher schwerfällige und komplizierte Auswahlverfahren.

Durch die enge Kooperation mit dem europäischen Parlament, gelang es der österreichischen Präsidentschaft eine „Einigung in 1. Lesung“ zu erzielen. Der Text wird zurzeit von Sprachjuristen geprüft und soll demnächst im Rahmen einer Ratstagung als A-Punkt angenommen werden. .

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Interkultureller Dialog

Schwerpunkt des Programms „Kultur 2007“ ist die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit. Neben der Förderung der Mobilität der Kulturschaffenden und der Unterstützung der internationalen Verbreitung von Kunstwerken ist der  interkulturelle Dialog als Programmziel vorgesehen.

Um ein sichtbares Zeichen zu setzen, plant die europäische Kommission das Jahr 2008 zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs auszurufen. Nach dem Verständnis der europäischen Kommission ist der interkulturelle Dialog eine nützliche Ergänzung der Diplomatie und ein Beitrag zur Konfliktprävention. In Zukunft könnte er auch eine zentrale Rolle in der neuen Nachbarschaftspolitik der EU spielen.

Vorhaben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft

Der Vorschlag der europäischen Kommission wurde im Oktober 2005 vorgelegt. Von Jänner bis April wurde die Debatte strukturiert und die inhaltliche Einigung in der Ratsarbeitsgruppe vorangetrieben. Am Rat am 18. Mai 2006 konnte eine Einigung über budgetäre und inhaltliche Aspekte erzielt und – aufgrund der damals noch ausständigen Stellungnahme des europäischen Parlaments – eine „allgemeine Ausrichtung“ angenommen werden.

Die Stellungnahme des europäischen Parlaments wurde Anfang Juni 2006 vorgelegt. Die Diskussion des Rates zu den darin enthaltenen Ändeurngsanträge wird noch unter österreichischem Vorsitz begonnen werden. Die Finalisierung obliegt jedoch der finnischen Präsidentschaft.

 

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BürgerInnen für Europa

Das Programm „BürgerInnen für Europa“ (2007-2013) soll das erste Aktionsprogramm der Gemeinschaft („Bürgerbeteiligung“), welches Ende 2006 ausläuft, ablösen.

Das Programm soll die aktive Bürgerbeteiligung vorantreiben, die BürgerInnen in den Mittelpunkt stellen und ihnen die Gelegenheit geben, ihre Verantwortung als europäische BürgerInnen ernst und wahr zu nehmen. Es soll dazu dienen, die Kluft zwischen den BürgerInnen Europas und den europäischen Institutionen zu überbrücken.

Spezifische Programmziele sind die Verbesserung der gegenseitigen Kenntnis von Kultur und Geschichte der europäischen Völker durch interkulturellen Dialog und das in den Vordergrund Rücken des gemeinsamen Kulturerbes.

Im Rahmen des Programms „BürgerInnen für Europa“ sollen im Besonderen Städtepartnerschaften, Forschungseinrichtungen, die sich mit europäischer öffentlicher Politik beschäftigen, und Veranstaltungen mit großer Öffentlichkeitswirkung („Gemeinsam für Europa“) unterstützt werden.

Vorhaben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft

Der Vorschlag der europäischen Kommission wurde im April 2005 an das europäische Parlament und den Rat zur Begutachtung übermittelt. Die Mehrheit der Mitgliedsstaaten begrüßte das Programm. Kritische Stimmen gab es nur zur Designierung bestimmter Organisationen im Programm.

Aufgabe des österreichischen Vorsitzes war es, die inhaltlichen Fragen (partielle politische Einigung) zwischen europäischem Parlament und Rat zu klären. Im Laufe der Diskussionen in der Ratsarbeitsgruppe, konnte man sich auf ein von der Präsidentschaft vorgeschlagenes Kompromisspaket (9 Organisationen sollen für die Dauer von 3 Jahren direkte Fördermittel erhalten und sich danach im Rahmen von Ausschreibungen um finanzielle Unterstützung bewerben) einigen. Am Ministerrat am 18.Mai wurde daher die „politische Einigung“ angenommen.

Weiters soll das Programm in Zukunft – als Widerspiegelung seiner inhaltlichen Bestimmung – „Europa für Bürger“ heißen.

 

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Arbeitsplan für die Zusammenarbeit im Kulturbereich 2005-2006

Unter niederländischem Vorsitz im 2. Halbjahr 2004 wurde der Arbeitsplan für die Zusammenarbeit im Kulturbereich für die Jahre 2005-2006 (Resolution 13839/04) beschlossen, in dem fünf Arbeitsschwerpunkte festgelegt wurden: der Beitrag des Kulturbereichs zur Erreichung der Ziele der Lissabon-Strategie, die Digitalisierung des Kulturerbes, die Erweiterung des Kulturportals, die Mobilität von Sammlungen und Kulturschaffenden. Für Österreich hat der Arbeitsplan große Bedeutung, da der österreichische Vorsitz in Kooperation mit Luxemburg, UK und Finnland für dessen Umsetzung verantwortlich ist. Diese Regelung („rolling agenda“) setzt folglich eine laufende Koordinierungsarbeit zwischen den vier Ländern voraus.

Vorhaben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft

  • Lissabon-Strategie

Der Arbeitsplan sieht im Hinblick auf die Lissabon-Strategie vor, dem Europäischen Rat im ersten Halbjahr 2006 ein Grundsatzpapier auf Basis einer Studie der Europäischen Kommission vorzulegen. Es soll Empfehlungen beinhalten, wie der Beitrag der Kulturwirtschaft zum Erreichen der Ziele von Lissabon in Bezug auf Wachstum, Beschäftigung und Zusammenhalt in Europa durch gezielte Maßnahmen erhöht werden kann. Ziel ist es, die Contentindustrie als Herzstück der Informations- und der Wissensgesellschaft stärker in diesem Prozess zu verankern.

Entgegen dem ursprünglichen Plan wird die Studie erst Ende August 2006 von der Kommission fertig gestellt werden. Dies bedeutet für Österreich, dass anhand eines Zwischenberichts der Kommission mit der Vorbereitung des Grundsatzpapiers begonnen werden kann, die Finalisierung obliegt jedoch dem finnischen Vorsitz.

In Ergänzung zur Studie der europäischen Kommission haben bereits der luxemburgische und der britische Vorsitz Expertenseminare zum Thema Förderung der Kulturindustrie abgehalten. Zuletzt fand in London eine Veranstaltung zur „Creative Economy“ statt, deren Schwerpunkt auf geistigem Eigentum lag.

Österreich hat diese Bemühungen mit einer Expertenkonferenz zum Thema „Content for Competitiveness – Strengthening the European Creative Industries in the Light of the i2010 Strategy“ (2. und 3. März 2006, Hofburg) fortgesetzt. Ziel der Konferenz war es, die gemeinschaftsrechtlichen Maßnahmen und Rahmenbedingungen für die Produktion und den Vertrieb von Inhalten (Contentindustrie) zu untersuchen. Die Wichtigkeit von Content als Europäischer Mehrwert wurde durch diese Konferenz illustriert.

Nähere Informationen zu der Expertenkonferenz: http://www.contentconference.at

Im Anschluss an die Expertenkonferenz fand am Ministerrat am 18. Mai ein Meinungsaustausch statt, der deutlich machte, dass die Weiterbehandlung und Diskussion des Themas „Content und Kreativindustrien“ von entscheidender Bedeutung ist. Vor allem der Bedarf nach einer einheitlichen europäischen Contentpolitik wurde dabei deutlich.

  • Digitalisierung des Kulturerbes

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung haben sich die Minister der Mitgliedsstaaten auf eine koordinierte Vorgehensweise geeinigt. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern einen unbegrenzten, nachhaltigen und zuverlässigen digitalen Zugang zum europäischen Kulturerbe zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurde eine (informelle) Gruppe nationaler Experten (NRG – National Representatives Group) eingerichtet, deren Aufgabe es war - unter der Federführung der Vorsitzländer Niederlande, Luxemburg und UK – einen Aktionsplan (New Dynamic Action Plan) vorzubereiten. Dieser wurde im zweiten Halbjahr 2005 unter britischer Präsidentschaft verabschiedet.

Der österreichische Vorsitz wird mit der Umsetzung des neuen Aktionsplans beginnen. Als Schwerpunktthema soll die „Langzeitarchivierung“ im Rahmen einer Expertenkonferenz behandelt werden. Unter dem Titel „An Expedition to European Digital Cultural Heritage - Collecting, connecting, and conserving?“ (21. und 22. Juni 2006, Salzburg) sollen die bisherigen Bemühungen im Bereich der Digitalisierung, der verbesserte Zugang der BürgerInnen zu ihren Kulturgütern, aber auch die Notwendigkeit von Strategien zur Langzeitarchivierung besprochen werden.

  • Mobilität von Kunstwerken, Kunstsammlungen und Ausstellungen

Zur Verbesserung des Austausches von Kunstwerken haben sich die EU-Kulturminister im November 2004 unter niederländischem Vorsitz auf die Ergreifung diesbezüglicher Maßnahmen geeinigt.

In einem ersten Schritt wurde im 1. Halbjahr 2005 ein Ausschuss von Museumsexperten eingerichtet. Diese Expertenrunde identifizierte konkreten Handlungsbedarf in Bereichen wie beispielsweise der Versicherung und Registrierung von Kunstwerken oder der Erarbeitung von allgemeinen Standards für Leihgaben oder Digitalisierung.

Auf Basis dieses Expertenberichts soll in einem zweiten Schritt – unter Mitwirkung der europäischen Kommission und des Rats - ein Aktionsplan erstellt werden, wobei sich das Vereinigte Königreich, Österreich und Finnland jeweils speziellen Themen widmen werden. Die Finalisierung ist für das 2. Halbjahr 2006 vorgesehen.

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Media 2007

Das MEDIA-Programm ist das Förderprogramm der EU zur Unterstützung der audiovisuellen Industrie in Europa. Seine Ziele sind eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Film- und Fernsehwirtschaft, die Verbreitung europäischer Werke sowie die Förderung der kulturellen Vielfalt in Europa. „MEDIA 2007“ soll ab dem Jahr 2007 die derzeit laufenden Programme „MEDIA Plus“ und „MEDIA Fortbildung“ ablösen. Das künftige Förderprogramm wird für eine Laufzeit von 7 Jahren mit einem Gesamtbudget von rund € 755 Mio. ausgestattet sein und folgende Schwerpunkte haben:

  • Fortführung der Konzentration der Förderungen auf die Vor- und Postproduktionsphase (Fortbildung/Entwicklung – Vertrieb/Promotion);
  • Integration des Programms „i2i audiovisual“ (Zuschüsse zu indirekten Kosten);
  • Berücksichtigung der Marktentwicklung im Bereich der Digitalisierung;
  • Beteiligung der EU an der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (zuständig für die Erfassung und Verbreitung von Informationen über die europäische audiovisuelle Industrie);
  • Verwaltungsvereinfachungen: Vereinfachung von Antragsverfahren und mehr Transparenz bei den Auswahlverfahren.

Gegenüber den derzeit laufenden Programmen sind einige neue Fördermaßnahmen bei „MEDIA 2007“ vorgesehen, wie z.B. Mobilitätsstipendien für Filmstudenten, Unterstützungen für Sendeanstalten bei der Synchronisierung und Untertitelung europäischer Werke und Förderungen bei der Erstellung bzw. Herausgabe von promotion kits bzw. Filmkatalogen im digitalen Format.

Vorhaben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft

Die Europäische Kommission hatte im Juli 2004 einen Vorschlag für das Programm „MEDIA 2007“ vorgelegt. Nach der Einigung über das EU-Budget 2007-2013 konnten unter österreichischem Vorsitz die Verhandlungen des Rates über „MEDIA 2007“ weitergeführt und erfolgreich abgeschlossen werden. Es ist der österreichischen Ratspräsidentschaft insbesondere gelungen, über die Aufteilung des Budgets auf die einzelnen Förderbereiche einen einstimmigen Beschluss der Mitgliedstaaten zu erreichen. Zudem setzte sich die Präsidentschaft dafür ein, dass auch das Europäische Parlament den im Rat erzielten Kompromiss unterstützen wird.

Auf der Tagung des Rates vom 18. Mai 2006 wurde die „politische Einigung“ über MEDIA 2007 verabschiedet.

 

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Änderung der Fernsehrichtlinie

Die Fernsehrichtlinie, die den rechtlichen Bezugsrahmen für den freien Dienstleistungsverkehr von Fernsehdiensten innerhalb der Europäischen Union bildet und dadurch die Entwicklung eines europäischen Marktes für Fernsehdienste und verwandte Aktivitäten (z.B. Fernsehwerbung, Produktion von AV Programmen) fördert, soll an die geänderten wirtschaftlichen und technologischen Gegebenheiten angepasst werden.

Die Europäische Kommission hat am 13. Dezember 2005 einen Vorschlag zur Revision der Fernsehrichtlinie angenommen. Während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft wurden sämtliche Bestimmungen des Vorschlags mit den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission analysiert.

Dabei erfolgte eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Begriffsbestimmungen und ihren Auswirkungen auf die weiteren Bestimmungen. Insbesondere Art und Umfang der für alle Dienste vorgesehenen Grundvorschriften wurden eingehend erörtert. Auch die vorgeschlagenen Neuerungen bei den Bestimmungen über Werbung (darunter auch die Frage der Produktplatzierung) zählten zu den Kernpunkten in der Diskussion.

Fortschrittsbericht der EU-Ratspräsidentschaft

Die österreichische Ratspräsidentschaft hat den Änderungsvorschlag der Europäischen Kommission im Rat einer ersten intensiven Lesung unterzogen. Die Ergebnisse wurden am Kulturministerrat vom 18. Mai 2006 in Form eines "Sachstandsberichts" vorgelegt, bei dem eine umfassende Orientierungsaussprache innerhalb der Kultur-/Medienminister statt gefunden hat. Aus dem Fortschrittsbericht lassen sich die grundsätzlichen Positionen der Mitgliedstaaten ebenso entnehmen wie einzelne Klarstellungen der Europäischen Kommission.

 

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Empfehlung zum Jugendschutz

Im Jahre 1998 wurde die erste Empfehlung des Rates („Empfehlung zum Jugendschutz und Schutz der Menschenwürde in den audiovisuellen und den Informationsdiensten“, 98/560/EG) angenommen. Diese Empfehlung war das erste Rechtsinstrument, das den Inhalt von Internetdiensten zum Thema hatte und alle AV-Medien abdeckte. Im April 2004 hat die Europäische Kommission den Vorschlag einer auf dieser Empfehlung aufbauenden “Empfehlung zum Schutz von Jugendlichen, der Menschenwürde und dem Recht auf Gegendarstellung der audiovisuellen Medien und der europäischen Informationsdiensteindustrie“ vorgelegt.

Dieser Vorschlag thematisiert insbesondere folgende Bereiche:

  • Medienkompetenz
  • Bewertung und Klassifizierung audiovisueller Inhalte
  • Bekämpfung von Diskriminierungen in allen Medien
  • Recht auf Gegendarstellung in den Medien

Im September 2005 fand die 1. Lesung im Europäischen Parlament statt. Ein überarbeiteter Vorschlag der Europäischen Kommission, der sich auch mit den Änderungsvorschlägen des Europäischen Parlaments befasst, wird im Jänner vorgelegt. Die Empfehlung wird während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft vom Rat behandelt.

Vorhaben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft

Nach ausführlicher Diskussionen im Rat sowie im Austausch mit dem Parlament wurde vom österreichischen Vorsitz ein Kompromisstext ausgearbeitet, der die divergierenden Positionen einander annäherte. Dabei wurde ein Großteil der Änderungsvorschläge des Parlaments übernommen, wobei eine Liste an Aufzählungen von Beispielen zur Umsetzung der Empfehlung weitgehend als Annex-Teil übernommen wurde. Zu diesem Kompromisstext konnte auf Ratsebene eine politische Einigung erzielt werden.

 

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UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Das Plenum der UNESCO-Generalkonferenz in Paris hat den Konventionsentwurf am 20. Oktober 2005 mit überwiegender Mehrheit angenommen.

Im Dezember 2005 hat die europäische Kommission den Vorschlag für einen Beschluss des Rates vorgelegt, der die Annahme des UNESCO-Übereinkommens durch die Gemeinschaft ermöglichen soll. Sobald die Konvention von 30 Ländern ratifiziert wurde, tritt sie in Kraft.

Mit dieser Konvention soll eine Handhabe dafür geschaffen werden, dass jeder Staat im Rahmen seiner nationalen Kulturpolitik Maßnahmen zur Herstellung, Verbreitung und zum Schutz vielfältiger kultureller Dienstleistungen und Güter setzen kann. Dabei sollte ein Ausgleich zwischen der Autonomie nationaler Politiken und den Regelungen für die internationale Zusammenarbeit gefunden werden.

Das UNESCO-Übereinkommen hat u.a. folgende Ziele

  • Schutz und Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen;
  • Schaffung von Bedingungen, die es den Kulturen ermöglichen, sich zum Nutzen aller zu entfalten und ungehindert zu interagieren;
  • Förderung des Dialogs zwischen den Kulturen mit dem Ziel eines weltweit intensiveren und ausgewogeneren kulturellen Austausches als Beitrag zum gegenseitigen Respekt und zu einer Kultur des Friedens;
  • Förderung der Interkulturalität und der Achtung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen sowie Bewusstmachung des Wertes dieser Vielfalt;
  • Anerkennung des besonderen Charakters kultureller Tätigkeiten, Güter und Dienstleistungen als Identitäts-, Wert- und Bedeutungsträger;
  • Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und Solidarität.

Vorhaben unter der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft

Der nächste Schritt ist die Implementierung der Konvention. Die europäische Kommission legte am 21. Dezember 2005  einen Vorschlag für den Beschluss des Rates zur Ratifizierung der Konvention vor. Die Aufnahme der Diskussionen im Rat erfolgte unter  österreichischem Vorsitz. 

Am 18. Mai nahm der Rat die Entschließung zur Ratifizierung der Konvention seitens der Gemeinschaft an.

 

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Datum: 19.06.2006